Therapie von Funktionsstörungen

Behandlung der CMD

Konnte in der Funktionsdiagnostik eine Diskusverlagerung durch die Messungen festgestellt werden, werden in der Funktionstherapie in erster Linie die Gelenkfunktion wiederhergestellt und Maßnahmen ergriffen, die eine Überlastung der Muskulatur (durch Knirschen und Pressen) vermeiden.

Für die Behandlung der CMD kommen in der Funktionstherapie unterschiedliche Funktionsschienen (Okklusionsschienen) zum Einsatz, die individuell für den Patienten von unserem Labor gefertigt werden.

Hier sehen Sie ein Therapieschema.
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Funktionelle Vorbehandlung

  1. Abformung mit Rimlock-Löffeln und Gesichtsbogen
  2. Bevorzugt Unterkieferschiene (Akzeptanz, Suturen) oder dort, wo der größte Zahnverlust ist
  3. Oberkieferschiene nur bei nächtlichen Parafunktionen, 24 Stunden Schienen als Unterkiefreschiene gestalten
  4. in Presstechnik oder Steutechnik ohne okklusales Relief (Autozentrierung) und
  5. strenger Eckzahnführung (so steil wie nötig, so flach wie möglich!)
  6. Front klafft 30µm
  7. Zentrische Kondylenposition
  8. 3-4 posteriore Okklusalpunkte
 

Entscheidend für die Wirksamkeit einer Funktionsschiene sind:

  1. Eine exakte Front- und Eckzahnführung
  2. Die Einstellung der Bisslage nach individuellen Gelenkbahndaten
  3. Einstellung der zentrischen Gelenkposition

Der Kiefer wird durch eine Funktionsschiene in die physiologisch richtige Position gebracht, dabei können drei Funktionsschienentypen unterschieden werden:

 

Die Reflexschienen

Die Reflexschiene zielt in erster Linie auf die Entspannung des Kauapparats ab. Sie findet Anwendung, wenn ein eingefahrenes Bewegungs- und Verhaltensmuster aufgebrochen werden soll. Die Kaumuskulatur wird dadurch entspannt und gelockert. Außerdem werden Kiefergelenkprobleme deutlich verringert. Die Reflexschienen sind Kurzzeitschienen, die nur 48 Stunden vom Patienten getragen werden.

Die Äquilibrierungsschiene

Die Äquilibrierungsschiene wird auch als Michiganschiene oder Zentrikschiene bezeichnet. In den meisten Fällen wird diese Funktionsschiene für den Unterkiefer gefertigt und ganztags getragen. Sie gewährleistet den gleichmäßigen Kontakt aller Seitenzähne des Oberkiefers mit dem Unterkiefer. Mit der Entlastung der Kaumuskulatur wird eine Entspannung im Kiefer-, Gesichts- und Kopfbereich erzielt und eine spontane Normalisierung der Gelenkfunktion begünstigt.

Die Positionierungsschiene

Durch die Positionierungsschiene wird das Kiefergelenk  in eine muskelentspannte Position gebracht. Diese Funktionsschiene wird häufig im Anschluss an eine Äquilibrierungsschien angefertigt und  mehrere Wochen oder auch Monate vom Patienten getragen und regelmäßig justiert, um eine zentrische Position herzustellen. Im Laufe der Behandlung lösen sich Verspannungen, die auf die Fehlstellung des Kiefers zurückzuführen sind.