Die Positionierungsschiene

Die Positionierungsschiene ist auch als Repositionierungsschiene oder Farrar-Schiene bekannt. Sie ist dann angezeigt, wenn (z .B. bei einem Gelenkknacken) die Gelenkscheibe verrutscht ist und man mittels Schiene versuchen muß, diese Gelenkscheibe (Diskus) wieder zu reponieren oder mit Hilfe einer sog. "Distraktionsschiene" versucht, wieder einen ausreichenden Gelenkspalt zu schaffen. Sie bewegt die gelenkköpfe des Kiefers langsam in die richtige (zentrische)  Position. Diese Schiene wird vom Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg getragen. Je nach individueller Situation können das Wochen bis Monate sein. Dauerhafte Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und auch Rückenschmerzen, die auf eine Kieferfehlstellung zurückzuführen sind, klingen langsam ab.

Damit sich der Kiefer in eine optimale Position bewegt, wird die Positionierungsschiene in regelmäßigen wöchentlichen Abständen auf die veränderte Position des Kiefers angepasst, bis die optimale Stellung erreicht ist.

Bei der Therapie mit einer Positionierungsschiene wird zuerst die Position des Gelenkkopfes festgelegt. Dies geschieht mittels einer MRT Aufnahme (Kernspin), eine gelenkelektronische Vermessung und eine  instrumentelle Funktionsanalyse. Die Position wird dann auf die Repositionsschiene übertragen. Durch die moderne Technik ist es möglich, nicht nur die Position, sondern auch den Bewegungsablauf des Kiefergelenks zu bestimmen.

Repositionierungsschienen weisen eine größere Verzahnungstiefe auf als andere Schienen. Der Zahnarzt will viele Kontakte zwischen den Zähnen des Oberkiefers und den Zähnen des Unterkiefers herstellen, um eine zentrische oder therapeutische Unterkieferposition zu sichern. Ebenso wie die Äquilibrierungsschiene wird die Positionierungsschiene vom Patienten den ganzen Tag getragen und nur zum Essen herausgenommen. Ein Vorteil der Repositionierungsschiene ist, dass der Zahnarzt damit in das Kontaktmuster eingreifen kann, ohne dass irreversible (nichtumkehrbare) Änderungen an den Zähnen vorgenommen werden.