
Die Reflexschiene
Mit der Reflexschiene wird die Kontaktbeziehung zwischen den Kauflächen beeinflusst. Durch die Reflexschiene werden eingefahrene Zahnkontakte und Bewegungsmuster aufgehoben und damit der dysfunktionelle Regelkreis durchbrochen. Die Änderung der Kontaktbeziehung führt zu einer Aktivitätserniedrigung in der Muskulatur, was eine Entspannung bewirkt und die Beseitigung von Schmerzsymptomen positiv unterstützt.
Es wird die Belastung der Zähne, des Zahnhalteapparates und der Kiefergelenke reduziert. Reflexschienen sind reine Kurzzeitschienen, die bis zu 48 Stunden vom Patienten getragen werden. Mit einer Reflexschiene wird nicht die Ursache einer Parafunktion ausgeschaltet, sondernnur die übergrosse Muskelspannung reduziert. Diese Schienen dürfen nicht länger als 48 Stunden getragen werden, da ansonsten die Gefahr einer Kiefergelenkkompression besteht !.
Zu den Reflexschienen zählen:
- Anteriores Plateau (NTI Schiene oder Jig)
- Interzeptor
- Resilienzschienen
Der Interzeptor kann in unterschiedlichen Varianten angefertigt werden. Alle Varianten haben einen gegenseitigen punktförmigen Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer. Der Verschluss (Okklusion) kann bis zu 5 Millimeter gesperrt werden. Der Interzeptor wird beispielsweise bei stressbedingten Störungen eingesetzt.
Das anteriore Plateau sorgt für einen frontalen Aufbiss der Schneidezähne mit der Schiene, so dass die Seitenzähne entlastet werden. Sie wird daher verwendet, wenn Störungen im Seitenzahnbereich auftreten. Die Schiene muss regelmäßig auf ihre Wirkung kontrolliert werden.
Die Resilienzschienen sind weichbleibende Schienen. Sie müssen unbedingt regelmäßig kontrolliert werden, da es bei längerem Tragen zu „Zahnverschiebungen“ kommen kann. Weiche Okklusionsschienen werden von vielen Patienten besser angenommen als harte.
Reflexschienen werden bei psychischen Myopathien angewendet, die durch temporären Stress bedingt sind, beispielsweise:
- Hochzeit
- Prüfungsstress
- Arbeitsplatzwechsel
- Scheidung

